BAUHERR

Bauherr ist der Reinhalteverband Oberpinzgau West mit Sitz in 5741 Neukirchen am Großvenediger und vertreten durch Obmann Bürgermeister Peter Nindl und Geschäftsführer Peter Breuer. Mitglieder des Verbandes sind die Marktgemeinde Neukirchen am Großvenediger und die Gemeinden Bramberg am Wildkogel, Wald im Pinzgau, Krimml und Hollersbach. Entsprechend Bevölkerungsstatistik leben heute derzeit etwa 9.800 Einwohner in den fünf Mitgliedsgemeinden des Verbandes. Aus den Zweitwohnsitzen und dem Fremdenverkehr ergibt sich eine zusätzliche Belastung von etwa 16.100 Einwohnerwerten. Die Kläranlage wird unter Berücksichtigung von Gewerbe, Industrie, Tourismus und Reserven auf 40.000 Einwohnerwerte ausgelegt.

PROJEKTSENTWICKLUNG - GRÜNDE FÜR DEN KLÄRANLAGENAUSBAU

Die Kläranlage Bramberg des RHV Oberpinzgau West wurde 1975 bewilligt und 1985 in Betrieb genommen. Die alte zweistraßige einstufige Belebtschlammanlage war dem damaligen Stand der Technik entsprechend auf reinen Kohlenstoff­abbau ausgelegt.

Aufgrund der Wasserrechtsgesetznovellen 1990 und der damit verbundenen Verordnungen ergaben sich stark gestiegene Anforderungen an die Reinigungsleistung einer Kläranlage mit weitgehender Entfernung der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor aus dem Abwasser. Die bestehende Kläranlage reichte daher nicht mehr aus, um die nunmehr gestellten Anforderungen abzudecken.

In der 1. Ausbauphase des Projektes wurde 2000 bis 2001 das Betriebsgebäude erweitert, ein neuer Feinrechen mit Rechengutwäsche und eine Sandbehandlung installiert. Weiters wurden die Schlammentwässerung erneuert und eine solare Schlammtrocknung errichtet.

Für die weitere Ausbauphase mit Erweiterung der Wasserlinie - biologischen Stufe und der Schlammbehandlung - wurde aufbauend auf aktualisierte Bemessungsgrundlagen 2007 ein Planungswettbewerb durchgeführt, bei dem das Projekt des Büro Dr. Lengyel ZT GmbH, Wien als Sieger hervorging. Nach Planungsbeauftragung Mitte 2008 und umgehender Projektserstellung wurde der Ausbau noch Ende 2008 wasserrechtlich bewilligt.

Die Bautätigkeit begann sofort im Frühjahr 2009 und die neuen Anlagenteile wurden bereits vor der Wintersaison 2009/2010 in Betrieb genommen. Mit dem Umbau des Bestandes wurden die Arbeiten bis Oktober 2010, nach nur 19-monatiger Bauzeit, weitgehend abgeschlossen.

Durch den nunmehrigen Ausbau wurde die Anpassung an den Stand der Technik vervollständigt.




Im Betriebsgebäude befinden sich die Sozialräume, die Warte und das Labor. In der Warte laufen alle Informationen über die Abwasserreinigung im Prozessleitsystem zusammen. Im Labor werden die abwassertechnischen Untersuchungen durchgeführt.