Das Zulaufpumpwerk wurde mit zwei neuen Schneckenpumpen ausgestattet um die hydraulischen Anfor­derungen zu bewältigen. Die ursprüngliche Regenwetterschnecke wird im Hochwasserfall weiterverwen­det. Auch die Rechenanlage wurde erneuert und damit den gestiegenen Anforderungen angepasst. Um grobe Inhaltsstoffe, Schwimmstoffe und Schlamm aus dem Abwasser zu entnehmen, wurden ein belüfteter Sandfang mit Fettfang und ein Vorklärbecken errichtet. Durch diese MECHANISCHE REINIGUNGSSTUFE wird die biologische Stufe um rund ein Drittel der Schmutzfracht entlastet. Diese Frachten können direkt in die Faulanlage eingebracht werden, was die Faulgasausbeute erhöht und gleichzeitig den Energieeinsatz in der Biologie reduziert.

In der nachfolgenden BIOLOGISCHEN STUFE erfolgt die eigentliche Reinigung des Abwassers. Hier werden optimale Umgebungsbedingungen für die zur Abwasserreinigung notwendigen Mikroorganismen und Bakterien geschaffen. Um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden, wurde die gesamte Anlage auf Betrieb mit vorgeschalteter Stickstoffentfernung - Denitrifikation - umgebaut und zusätzliches Becken­volumen neu errichtet. In den, hintereinander kaskadenförmig durchflossenen, Belebungsbecken erfolgt durch die Bakterien des „Belebtschlamms" die biologische Reinigung des Abwassers und die Stickstoffent­fernung. Die Phosphorentfernung erfolgt zusätzlich über Fällung mit Metallsalzen.

Danach wird der Belebtschlamm auf die drei Nachklärbecken aufgeteilt. Hier wird das gereinigte Abwas­ser vom Schlamm getrennt. Das gereinigte Abwasser, das nun den heutigen Anforderungen entspricht, wird direkt in die Salzach abgeleitet. Der Schlamm wird als Rücklaufschlamm wieder in die Belebungsbecken gepumpt.

Der bei der Abwasserreinigung anfallende Überschussschlamm (= überzählige Bakterien und Mikroorga­nismen) wird in einer maschinellen Überschussschlammentwässerung eingedickt und gemeinsam mit dem Fett aus dem Fettfang und dem Primärschlamm aus dem Vorklärbecken der SCHLAMMBEHANDLUNG zugeführt.

In einem neu errichteten beheizten Faulbehälter wird der Schlamm in rd. 4 Wochen unter Luftabschluss bei etwa 35°C ausgefault. Weitergehende Abbauprozesse und damit verbundene Geruchsbelästigungen werden damit vermieden. Der nunmehr stabilisierte Schlamm wird in einem Vorlagebehälter zwischenge­puffert, in der Schlammentwässerung mit einer Schneckenpresse entwässert und in der solaren Schlamm­trocknung weiterbehandelt.

Das bei der Schlammfaulung entstehende Faulgas wird im Gasbehälter über dem Faulbehälter gespeichert und in einem Blockheizkraftwerk bestehend aus Gasmotor und Generator zur Erzeugung von elektrischer Energie genutzt. Mit der dabei entstehenden Abwärme erfolgt die Beheizung der Anlage. Durch diese Energieverwertung wird die Energiebilanz der Kläranlage optimiert und ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz geleistet.



Im Faulbehälter mit 1.000 m³ Inhalt wird der Schlamm bei 35°C ausgefault. Dabei entsteht Faulgas als wertvoller Energieträger und wird im darüberliegenden Gasbehälter mit 500 m³ Inhalt gespeichert.


TECHNISCHE DATEN

Ausbaugröße:

40.000 EW; Abwassermenge bei Trockenwetter je Tag: 6000 m3/d Mechanische Reinigungsstufe: 1 Feinrechen Spaltweite 3 mm; 1 belüfteter Längssandfang 158 m3; 1 Vorklärbecken 240 m3 Biologische Stufe: 4 Belebungsbecken 4320 m3; 3 Nachklärbecken 3790 m3; 1 Trübwasserbehandlung 240 m3 Schlammbehandlung:

1 Voreindicker 80 m3; 1 Faulbehälter 1000 m3 mit integriertem Gasbehälter 500 m3; 1 Vorlagebehälter Schlammentwässerung 120 m3

BESONDERHEITEN

Durch den im Zuge des Projektablaufes festgestellten schlechten baulichen Zustand der bestehenden Becken, mussten anstatt der Sanierungen, neue Bodenplatten und Wände hergestellt werden. In die bestehenden Becken wurden praktisch neue Becken „hineingestellt"

KOSTEN UND FINANZIERUNG

Die Kosten für den Ausbau der Kläranlage betragen etwas über 10 Mio. Euro. Die Finanzierung erfolgt über langfristige Bankkredite, deren Rückzahlungen im Verhältnis auf die einzelnen Verbandsmitglieder umgelegt werden. Zur Entlastung der Verbandsmitglieder erfolgt zusätzlich eine Förderung des Bundes über das Umweltförderungsgesetz, verwaltet durch die KPC - Kommunalkredit Public Consulting GmbH - und durch das Land Salzburg.

PROJEKTBETEILIGTE - AUSFUHRENDE

Die Gesamtplanung und Bauaufsicht wurde durch das Büro Dr. Lengyel ZT GmbH wahrgenommen. Die Fachplanung der Elektrotechnik wurde durch Elektrotechnik ETS C. Salzmann und die Statik und Tragwerksplanung durch die Spirk & Partner ZT GmbH ausgeführt.